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Dein Song

Jedes Kind braucht Träume

Vor 13 Jahren gründete der Verein „Fokus Leben e.V.“ ein Waisenhaus für 56 ehemals drogenabhängige Kinder und Jugendliche. Seit 3 Jahren gibt es einen Kindergarten mitten im Slum. Dort werden 133 Kinder erzieherisch und medizinisch betreut und entkommen so dem täglichen Kreislauf von Gewalt, Drogen und Prostitution. Vor einem halben Jahr kaufte der Verein  mithilfe von Spendern 3 Hektar Land. Um den steigenden Lebenshaltungen zu entgehen, soll ein Hektar für den Anbau von Früchten und Gemüse verwendet werden. Auf dem restlichen Land soll eine Grundschule und das neue Waisenhaus entstehen, in welches die Kinder aus der Stadt einziehen sollen. Der Ulmer Kinderpsychotherapeut Ronald Makowitzki war auf Einladung des Vereines 2  1/2 Wochen vor Ort, um sich einen Eindruck von der Entwicklung des Projektes zu machen.

Klavierunterricht für Straßenkinder

Im Vorfeld meiner Reise haben wir überlegt, wie ich mich sinnvoll in das Projekt einbringen kann.

Es entsteht die Idee, einigen Kindern Klavierunterricht zu geben. Und so fange ich mit drei Schülern und einem Keyboard an. Obwohl die Rahmenbedingungen langfristig alles andere als optimal sind, um voranzukommen, will ich, dass die Kinder ihre Träume und Ziele, die sie mit dem Klavierspiel verbinden, an die Tafel schreiben, bevor wir richtig mit dem Unterricht anfangen. Nach einigem Zögern geht der 21-jährige Edrin an die Tafel und schreibt „Pianist“ hin. Als ich ihn frage, für welche Gelegenheiten er denn Pianist werden will, meint er nur: “für alle“.  Edrin spielt ebenfalls eine tragende Rolle im Kindergarten. Er hat einen Kinderchor und verschiedene Tanzgruppen von Kindergartenkindern, mit denen er eigene Choreographien einstudiert, die mich sehr beeindruckt haben. Der 11-jährige Enock träumt davon, Musiklehrer zu werden, und die schüchterene 13-jährige Sylvia gesteht sich und uns schließlich nach langem Zögern ein, dass sie Kirchenmusikerin werden will.

Den eigenen Song singen

Ich freue mich, wie die Kinder sich ein wenig mehr mit ihren Träumen offenbaren und will es jetzt aber genau wissen:  “mir fällt auf-keiner von euch will Komponist werden – stimmt das wirklich?“ Enocks Blick geht verschämt zu Boden, Edrin meint, da müsse man doch erst viel lernen…..und Sylvia sagt gar nichts. Ich ermutige sie, ihren Träumen erst einmal freien Raum zu geben, und dann wird klar-Enock träumt davon, einen tollen Song zu komponieren und Edrin springt plötzlich auf, geht an die Tafel und fängt an, einen Songtext an die Tafel zu schreiben: „Lord I want to know you, every night and every day…..“ Dieser spontane kreative Ausbruch  steckt mich sofort an, ich setze mich ans Keyboard und mir fällt eine Melodie zu diesem Text ein. Innerhalb kurzer Zeit steht das grobe Konzept für diesen Song. Wir singen gleich den ersten Teil des Songs, legen ihn dann beiseite und beginnen mit dem Klavierunterricht. Jeden Tag arbeiten wir drei Stunden. Das Ziel ist klar: jedes Kind will seinen Lieblingssong auf dem Keyboard begleiten können. Mit viel Fleiß und Ausdauer schaffen wir das. Pastor Musaazi hat bereits von unserem Song gehört und mich gefragt, ob wir ihn nicht am Sonntag bei der Messe uraufführen wollen. Doch- er ist noch nicht fertig, und es ist schon Donnerstag. Am Sonntag nach der Messe fliege ich zurück nach Deutschland.

Ich beschließe, die letzte Unterrichtseinheit mit der Fertigstellung des Songs zu verwenden. Und siehe da- wir schaffen alles am Freitag! Pastor Musaazi gibt uns am Sonntag die Ehre, den Liedertext für seine Predigt  zu verwenden, wir treten vor der Gemeinde auf, und schließlich singen alle mit.

Was für ein schöner Abschluss für unsere Arbeit und für meine Reise nach Uganda!“

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